
Schwerpunkte
Bildungsmonitoring
Das kommunale Bildungsmonitoring ist eine zentrale Säule des datengestützten kommunalen Bildungsmanagements und
- führt Bildungsdaten aus verschiedenen Quellen (unterschiedlichen Ämtern, Institutionen und Unternehmen) zusammen,
- erfasst, analysiert und interpretiert kontinuierlich Bildungsdaten,
- erstellt datenbasierte Handlungsgrundlagen,
- verfasst Bildungsberichte (z.B. Themenreporte, Faktenchecks, u.a.).
Zu den Themenschwerpunkten des Cottbuser Bildungsmonitorings gehören
- die Etablierung einer sozialräumlichen Datenbasis,
- der Ausbau des Bildungsmonitorings unter Einbeziehung der non-formalen Bildungsangebote und
die Zusammenführung verschiedener Bildungsdaten in einer Bildungsdatenbank
Aus Daten werden Taten: Das Monitoring unterstützt faktenbasiert und objektiv strategische Entscheidungen, Zielformulierungen und Maßnahmeplanungen der kommunalen Bildungspolitik.
Politische Bildung
In Cottbus/ Chóśebuz wurde auf der ersten Bildungskonferenz 2019 ein großer Bedarf an grundlegenden politischen Bildungsangeboten und einer gezielten Weiterentwicklung historisch-politischer Bildungsarbeit festgestellt. Die AG hat sich den demokratischen Werten verpflichtet und intensiviert die politische Bildung in Cottbus/Chóśebuz . Dazu sollen verschiedene Ansätze genutzt werden, um möglichst viele Menschen zu erreichen und einzubeziehen. Die Arbeit basiert auf Menschenrechten, dem Grundgesetz und der Verfassung des Landes Brandenburg im historisch-kritischen Kontext der europäischen Aufklärung und des universalen Humanismus.
Die Ausdifferenzierung der historisch-politischen Bildungsangebote umfasst Themen wie gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Diskriminierung und Prävention, lokale Geschichtsaufarbeitung im Kontext des Nationalsozialismus mit Fokus auf Widerstand und Solidarität, Forschung zu Täterschaft und Beteiligung am NS-System, lokale Forschung zur DDR-Geschichte mit Berücksichtigung von Opfererfahrungen und Widerstand sowie Untersuchungen zum Umgang mit den Transformationserfahrungen nach 1989 mit Schwerpunkt auf Transformationskompetenz und Resilienz.
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Als Modell-Kommune BNE hat sich die Stadt Cottbus/Chóśebuz zum Ziel gesetzt, Bildung für nachhaltige Entwicklung wirkungsvoll in der kommunalen Bildungslandschaft zu etablieren. 2020 ist die Stadt per Ratsbeschluss der Agenda 2030 beigetreten und verpflichtete sich somit den 17 Zielen für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Im selben Jahr wurde die Stadt von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) als „Newcomer“ im Wettbewerb „Kommune bewegt Welt“ für besondere Leistungen und Einsatz im Bereich „Migration und Entwicklung“ ausgezeichnet.
BNE beschreibt ein pädagogisches Konzept, welches Menschen durch die Vermittlung von Kompetenzen und Werten dazu befähigen soll, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu reflektieren und die Transformation in Richtung Nachhaltigkeit mitzugestalten. Bildung gilt dabei als grundlegende Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung, die sowohl ökonomische, soziale, ökologische als auch politisch-kulturelle Dimensionen umfasst und die Generationengerechtigkeit in den Blick nimmt.
Der Strukturwandel in der Region, welcher mit zusätzlicher Flächeninanspruchnahme und einem Einwohner- und Arbeitsplatzwachstum einhergeht, kann nur unter Einbezug der Nachhaltigkeit erfolgreich stattfinden. Dazu bedarf es einer Bildungsoffensive, die den Fokus auf Themen wie Fachkräftesicherung, Chancengerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe setzt, um die Menschen im Herzen der Lausitz mitzunehmen und eine breite Akzeptanz für die Nachhaltigkeitsziele zu schaffen.
Die Stadt hat klare Pläne für die Zukunft: BNE-Kompetenzen sollen in der kommunalen Bildungslandschaft und Verwaltung verankert werden. Die Vernetzung und gemeinsame Strategieentwicklung der BNE-Akteure und Verwaltungsmitarbeitenden aus verschiedenen Fachgebieten werden vor diesem Hintergrund aktiv vorangetrieben. Zusätzlich wird BNE in die Bildungsberichterstattung integriert, um klare Ziele zu setzen und Fortschritte messbar zu machen.

Kulturelle Bildung
Räume mit eigenem Körper durch Tanz erfassen, Geschichten erzählen, gemeinsam musizieren, eigene Gedanken zu Gedichten formen, die Bühne nutzen, um die Welt mitzugestalten, sich spielerisch oder künstlerisch mit der Umwelt auseinandersetzen und vieles mehr. Kulturelle Bildung ist nicht auf bestimmte Orte oder Institutionen beschränkt. Sie findet an vielen Orten und in unterschiedlichen Formaten statt.
Die kulturelle Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung spielt eine bedeutende Rolle in der non-formalen Bildung und unterstützt Menschen dabei, ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Sie fördert Fähigkeiten wie Reflexion, selbstgesteuertes Lernen und Selbstbildung. Kurz gesagt: Sie befähigt Menschen dazu, ihr Leben gut zu gestalten.
Diese Art der Bildung hat sowohl Einfluss auf das Individuum als auch auf gesellschaftliche Entwicklungen. Wenn viele Menschen neue Denk- und Lebensmuster sowie Perspektiven annehmen, zeigt sich das in Veränderungen der Gesellschaft.
Kulturelle Bildung ist eine unverzichtbare öffentliche Aufgabe und sollte vor allem auf kommunaler Ebene verstärkt werden. In Zeiten des Wandels können non-formale Bildungsorte als eine Plattform fungieren, an denen BürgerInnen jeden Alters zusammenkommen und sich für das Gemeinwohl engagieren. Diese Einrichtungen können als „Change Agents“ in den Bereichen Umweltbildung, Demokratiebildung, Vielfaltstraining, Stadtteilgestaltung und digitale Entwicklungen aktiv werden und alternative Ideen und Konzepte praktisch ausprobieren. Es ist daher wichtig, diesen Teil des Bildungssystems gezielt zu fördern und aufzubauen, um Schulen und andere formale Bildungseinrichtungen zu entlasten. So entsteht eine umfassende Bildungslandschaft vor Ort, die es Menschen jeden Alters ermöglicht, an gesellschaftlicher Transformation teilzuhaben.
Fachkräftesicherung / Bildung im Strukturwandel
Der Strukturwandel in der Lausitz bringt erhebliche Veränderungen des regionalen Arbeitsmarktes mit sich. Neue Technologien, Umweltanforderungen und wirtschaftliche Entwicklungen erfordern eine aktive und kooperative Zusammenarbeit aller Beteiligten, um die Zukunftsfähigkeit der Region zu gewährleisten. Die Sicherung der Fachkräfte stellt dabei eine besondere Herausforderung dar, für die Lösungen auf regionaler Ebene entwickelt werden müssen, da hier das Wissen um die Bedarfe, Potentiale und Gegebenheiten der Region vorhanden ist.
Das Bildungsbüro nimmt dabei eine wichtige Rolle ein, um neu zugewanderte Menschen und internationale Studierenden in diesen Prozess einzubeziehen und sie bestmöglich zu unterstützen. Menschen, die neu in die Region kommen, stehen vor der Aufgabe, sich in einer neuen Umgebung sprachlich, soziokulturell, ökonomisch und politisch zurechtzufinden. Daher ist es wichtig, einfache Prozesse zu schaffen, die den Einstieg in das Berufsleben erleichtern. Neben wirtschaftlichen Anreizen und der Befähigung zum Mitmachen ist es notwendig, eine wirkliche Lebensqualität und eine Teilhabemöglichkeit zu schaffen.
Das Bildungsbüro unterstützt die Maßnahmen, wie eine Willkommenskultur mit guter Betreuung, Einarbeitung und langfristiger Förderung sowie kulturelle Sensibilisierung sowohl bei ansässigen Menschen als auch bei den neu Zugewanderten. Nur durch eine erfolgreiche Integration und Qualifizierung aller Fachkräfte kann der Strukturwandel erfolgreich bewältigt werden und eine positive Zukunftsperspektive für unsere Region geschaffen werden.
Internationale Bildung
Die Fachstelle Internationale Bildung initiiert Projekte, organisiert Mobilitätsmaßnahmen im Bereich der Erwachsenenbildung des von der Europäischen Union geförderten Programms Erasmus+ und berät zu inhaltlichen und finanziellen Möglichkeiten des internationalen Austauschs für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Speziell für Jugendliche unterstützt die Fachstelle die Cottbuser eurodesk-Beratungsstelle im Gladhouse.
Des Weiteren arbeitet die Fachstelle an der Erstellung und Fortschreibung eines Handlungskonzepts für Internationale Bildung in Cottbus/Chóśebuz und koordiniert und steuert in diesem Zusammenhang die Tätigkeiten aller Beteiligten innerhalb der Cottbuser Bildungslandschaft.
Fördermittel für den internationalen Austausch
Die Fördermittellandschaft für internationale Begegnungen ist breit gefächert. Davon können Kinder ebenso profitieren wie Erwachsene. Es gibt beispielsweise Fördermöglichkeiten für internationale schulische, außerschulische, kulturelle, sportliche oder kirchliche Begegnungen.
Im schulischen Bereich ist die Initiative „Austausch macht Schule“ kompetent präsent. Hier finden sich weiterführende Informationen zum Thema “Das Feld des Internationalen Schüler- und Jugendaustausches”.
Projektberatung
Um in Cottbus/Chóśebuz internationale Projekte durchzuführen, besteht unter der E-Mail-Adresse europa@cottbus.de die Möglichkeit Kontakt aufzunehmen, um sich im Vorfeld über Inhalte, Termine, Zielgruppen, Antragstellung, Umsetzung, Abrechnung und Nachhaltigkeit beraten zu lassen.