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Pflegeeltern sein

Der Zeitpunkt zwischen abgeschlossener Prüfung und Vermittlung eines Kindes ist unterschiedlich lang.

Es kann sehr schnell gehen, aber auch viele Monate dauern. Das liegt dann nicht daran, dass wir Sie doch nicht brauchen, sondern dass Ihre Vorstellungen oder Rahmenbedingungen nicht zu dem betreffenden Kind passen.

Kommt es dazu, dass wir Sie für ein bestimmtes Kind für geeignet befinden, rufen wir Sie an und fragen Sie, ob Sie sich die Zusammenarbeit in diesem Fall mit uns vorstellen können. Bei einer Langzeitvermittlung gibt es zunächst ein „Schnuppertreffen“, um herauszufinden, ob die „Chemie“ zwischen Kind und Pflegeeltern überhaupt stimmt. Dies ist eine wichtige Voraussetzung. Sie müssen und sollen nicht JA sagen, wenn Sie sich unwohl fühlen. Dies hat manchmal Gründe, die man gar nicht so klar benennen kann, aber trotzdem seine Berechtigung.

Im günstigsten Fall wird dann der Prozess der Kontaktanbahnung schrittweise gestaltet, damit ein gegenseitiges Kennenlernen und Aneinander gewöhnen in Ruhe erfolgen kann.

Bei Kurzzeitpflege besteht diese Zeit des Kennenlernens meist nicht.

Der Pflegevertrag

In Ihrem Pflegevertrag mit der Stadt Cottbus sind Ihre Rechten und Pflichten zusammengefasst und wird explizit auf den Grundsatz der Gewaltfreien Erziehung im Sinne des Kinderschutzes hingewiesen. Im Rahmen der Hilfeplanung, an der auch Sie als Pflegeeltern beteiligt sind, werden insbesondere die Perspektive des Kindes, Umgangsregelungen und Ziele für die weitere Entwicklung des Kindes erörtert und festgelegt. In vielen Fällen gibt es einen Amtsvormund, der alle wichtigen Entscheidungen für das Kind trifft. Manchmal werden weitere Verwandte, Vertreter der Schule oder andere Fachkräfte aus dem Helfersystem wie z.B. Psychologen einbezogen. Unsere Pflegeeltern erstellen im Vorfeld eines jeden Hilfeplangespräches einen aktuellen Entwicklungsbericht über das Kind anhand eines Fragebogens.

Aus dem Leben der Pflegeeltern…

Sie als Pflegeeltern leben den Alltag mit dem Kind, versorgen es mit Nahrung und Kleidung. Sie erziehen, unterstützen und trösten es, gestalten die Freizeit mit ihm. Alle alltäglichen Entscheidungen gehören somit in Ihren Zuständigkeitsbereich. Sie sind unsere PARTNER im Prozess der Sicherstellung des Schutzes und der positiven Entwicklung des Pflegekindes. Darüber hinaus sind Sie auch Leistungsträger, denn Sie werden durch das Jugendamt beauftragt, Entwicklungsziele umzusetzen, das Kind bestmöglich zu fördern, mit den Herkunftseltern und Fachkräften zusammenzuarbeiten. Manchmal fühlt sich das für Sie vielleicht nicht gut an. Sie haben die ganze Arbeit – müssen aber alle bedeutsamen Entscheidungen für das Kind den Sorgeberechtigten überlassen und sich mit dem Kontrollauftrag, den das Jugendamt auch Ihnen gegenüber hat, arrangieren. Manchmal werden Sie mit fehlender Wertschätzung oder mit Ablehnung seitens der Herkunftsfamilie konfrontiert. Leibliche Eltern betrachten Pflegeeltern oft als Konkurrenz. Manchmal gibt es Rückschläge oder eine Stagnation in der Entwicklung Ihres Pflegekindes. Manchmal bereitet es den Pflegeeltern Schwierigkeiten, das Kind loslassen. Manchmal müssen Pflegeverhältnisse vorzeitig beendet werden, weil das Zusammenleben nicht mehr funktioniert, Sie oder das Kind überfordert sind. Stolpersteine müssen Sie aber nicht allein aus dem Weg räumen. Wir sind für Sie da.

Warum es sich lohnt…

Erfolge und Glücksmomente entschädigen für viele Anstrengungen.

Pflegekinder bringen Spaß und Abwechslung in Ihren Alltag.

Sie können sich an den Entwicklungsfortschritten des Kindes erfreuen und haben einen großen Anteil daran. Sie stellen die Weichen für ein selbstbestimmtes glückliches Leben Ihres Pflegekindes.

Häufig ergibt sich ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Pflege- und Herkunftsfamilie, von dem alle Beteiligten profitieren.

Viele unserer Pflegekinder beenden mit der Hilfe ihrer Pflegeeltern ihre Schul- und Berufsausbildung erfolgreich und erreichen nicht selten auch höhere Bildungsabschlüsse.

Auch die leiblichen Kinder von Pflegeeltern erleben ihre Pflegegeschwister als Bereicherung und haben oft ein inniges Verhältnis zu ihnen. In vielen Fällen bleibt noch lange nach Beendigung des Pflegeverhältnisses ein positiver Kontakt erhalten.

Die gemeinsame Bewältigung von Krisen macht Sie als Familie stolz und stärker.

Pflegeeltern leisten einen wichtigen Beitrag bei der gesellschaftlichen Aufgabe des Schutzes unserer Kinder.

Mit den Augen eines Kindes sehen lernen

„Es sind die vielen Lichter, die man im Leben dieser Kinder setzt, die vielen kleinen kostbaren, beglückenden Momente, die Sie dem Kind als Schatz mit ins Leben geben. Mit diesem wertvollen Schatz von Ihnen ausgestattet, wird das Kind ein anderes Leben führen können. als es das vor Ihrer Zeit gekonnt hätte. Es wird vielleicht erst viel später in seinem Leben auf diesen Schatz zurückgreifen, aber seien Sie versichert: Der Schatz geht nie mehr verloren, keine Sekunde Ihrer Arbeit und Mühen ist umsonst investiert, auch wenn es oft nach außen ganz anders aussieht“ (Dr. Bettina Bonus „Mit den Augen eines Kindes sehen lernen“)

Stimmen von Cottbuser Pflegeeltern

… Ich bringe der Kindesmutter immer auch Fotos von ihrer Tochter zu den Umgängen mit. Sie soll ja sehen, dass es sich lohnt, für so etwas Wundervolles zu kämpfen….

(Aussage eines Pflegevaters bei der Helferkonferenz in einer Therapieklinik. Die Kindesmutter soll befähigt werden, ihr Kind wieder zu sich zu nehmen)

Besonders dankbar seit der Zeit unserer Pflegeelterntätigkeit bin ich Freunden und Bekannten für ihre Ratschläge. Es ist wichtig, dass man jemanden zum reden hat

(Pflegemutter einer zehnjährigen Pflegetochter)

Wir haben unsere Pflegetochter sehr lieb und möchten sie weiterhin in allem unterstützen, auch wenn es zurzeit ziemlich schwierig ist.

(Pflegevater beim Hilfeplangespräch)

Wir kommen sehr gut klar mit der Kindesmutter…. Manchmal kann man sogar einen kleinen Smalltalk mit ihr führen. Tim freut sich auch auf die Umgänge zu Hause. Es schaut zwar die ganze Zeit nur Fernsehen aber das ist für uns ok, so lange er gern dort hin geht und wir alle so gut miteinander auskommen.

(Pflegemutter des 8-jährigen Tim beim Hausbesuch durch die zuständige Sozialarbeiterin)